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...die Seite, die das Leben (be)schreibt...

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▀  So ist das Leben ▀ 

eben

 

Würde ich das Leben einmal in nur einem Bild beschreiben, dann wäre dort wohl eine Waage zu sehen. Auf der linken Seite fänden sich die Sorgen und Mühen, die man im Leben hat, ebenso die Einsamkeit, Krankheiten, Enttäuschungen und Rückschläge. Diese Seite wäre oben mit "glücklich", unten mit dem Begriff "unglücklich" beschriftet. Auf der rechten Seite fänden sich die schönen Momente, die sich in Glücksgefühlen messen lassen. Hier wäre die Gesundheit, Freundschaft, Liebe, Harmonie und Geborgenheit von der Lebenssituation platziert, jedoch umgekehrt beschriftet, oben "unglücklich" unten "glücklich".

 

Je mehr die linke Seite belastet wird, desto mehr muss die rechte mit Freude, Liebe und Geborgenheit gefüllt werden. Nur so lässt sich das Leben überhaupt meistern, gerade auch in schwierigsten Zeiten, wenn man in der misslichen Lage ist, über sich hinaus wachsen zu müssen. Das Leben läuft nur dann in sicheren Bahnen, wenn die Lebenswaage mindestens in der Waage liegt, glücklich werden wir aber nur dann, wenn ein rechter Überhang zu verzeichnen ist.

 

Lässt sich die linke Seite jedoch dauerhaft nach unten ziehen,

werden wir unglücklich, manchmal aber auch krank.

 

Oftmals versuchen wir aber unsere Lebenswaage mit Hilfe eines schönen Traumes zu betrügen, indem wir alles gleich positiv sehen, was wir sehen, ohne neutral zu prüfen. Wir möchten unbewusst die rechte Seite durch falsche Hoffnungen oder übertriebene Erwartungen stärken, die aber in diesem Fall dann regelgerecht doch auf der anderen Seite, unter der Begrifflichkeit "Enttäuschung", landen wird. Vielleicht nicht immer sofort, aber je später der Zeitpunkt, desto mehr Lebenszeit wurde vergeudet; die Lebensuhr läuft rückwärts! Auch sie wandert kontinuierlich und unaufhaltsam, von der rechten Seite auf die linke zu, Stück für Stück, in der Kindheit noch recht langsam, aber im fortgeschrittenen Alter dann doch immer schneller.

 

Besonders kritisch ist es, wenn man ein positives, aber vielleicht auch ein negatives Ereignis, künstlich aufplustert, sodass es im Gehirn einen zu großen Raum für sich beansprucht. Damit ist der immer wiederkehrende Gedanke gemeint, der sich wie ein Film in der Endlosschleife verhält. Verantwortlich dafür ist die Sucht nach einem besonderen Gefühl, sei es positiv oder auch negativ, das einem dann zeitlich grenzenlos zur Verfügung stehen soll. Es wirkt realitätsbetäubend, wie eine Droge. Das führt nicht selten zur psychischen Müdigkeit und ausgeprägten Konzentrationslosigkeit, weil das Gehirn einfach überlastet ist. Unser Gehirn, mit all den "inhaftierten" Gedanken, muss stets in mehrere Richtungen gelenkt werden, damit es nicht zu den besagten Nebenwirkungen kommt. Wer sich demnach nur auf ein Thema, eine Richtung oder Ereignis konzentriert, wird sie zu spüren bekommen. 

 

Hoffnungen haben, das ist im Prinzip nur dann etwas wirklich Gutes, wenn sie mehr sind als verträumte Illusionen, die der Realität nicht standhalten werden. Drum überprüfe sie rechtzeitig! Aber das alles ist natürlich leichter gesagt als getan, weil man die Realität nicht immer erkennen kann oder sie auch gar nicht erkennen möchte, denn schöne Gefühle zu haben, wenigstens für einige Augenblicke, möchte jeder. Im Leben gibt es kein Patentrezept fürs glücklich sein, da es natürlich keine Selbstverständlichkeit ist, dass die rechte Seite nach unten gedrückt werden kann, schließlich brauchen wir dazu gewöhnlich auch verlässliche Mitmenschen, die es möglich machen. Genau das macht das Leben manchmal so schwierig, so unberechenbar, denn man fragt sich schon, wo sie sind.

(25. Juni 2017)

▀ Jeder ist des eigenen Glückes Schmied ? ▀

 


Bei der Frage, worauf ein Mensch nicht stolz sein könne, sind sich viele Menschen sofort einig: die eigene Nationalität. Die Begründung dafür lässt nicht lange auf sich warten. Es heißt, man könne sich den Geburtsort nicht aussuchen und deshalb zwar glücklich darüber sein, aber keineswegs stolz. So weit so gut, aber auf was kann der Mensch tatsächlich stolz sein? Ist nicht alles, was wir im Leben erreicht haben oder erreichen werden, indirekt auch, zumindest größtenteils, als ein Geschenk zu betrachten?

 

Klar ist natürlich, dass der Mensch für seinen Erfolg meist selbst dafür seine Leistung erbracht hat. Jedoch sind die Mittel, die er zur Erbringung einer gewissen Leistung benötigt, für jeden Menschen sehr ungleich vorhanden. Schon nach der Geburt des Menschen können die Gegebenheiten für eine gute Zukunft nicht unterschiedlicher sein. Fest steht dann schon, wer die Eltern sind und auch das, was von ihnen zukünftig zu erwarten ist. Sind sie vernünftig und werden ihm Werte vorleben und auch vermitteln können? Werden sie ihm zudem noch mit Liebe und Zuneigung begegnen, was für jeden Menschen absolut wichtig ist? Sind sie geeignete Ansprechpartner bei Problemen? In welcher Umgebung wird das Kind leben und aufwachsen, wer sind die Mitmenschen, in der Schule oder im privaten Leben? Bei den Eltern, die selbst etwas positives zustande gebracht haben, wird es grundsätzlich leichter sein, das eigene Leben zu meisten.

 

▀ Gute Gene, schlechte Gene ▀

 

Gerade die eigene Genetik, auf die wir ebenfalls keinen Einfluss haben, spielt eine sehr tragende Rolle. Wie wird der Mensch eines Tages aussehen, strotzt er im zukünftigen Leben eher vor Gesundheit oder spielen Krankheiten eine größere Rolle? Wird er eher intelligent, strebsam und fleißig sein oder neigt er zur Faulheit und Dummheit? Neigt sein Charakter zu einem lieblichen und gefühlvollen oder zu einem egoistischen und bösen? Wird er eher selbstbewusst auftreten können oder doch zur ständigen Nachgiebigkeit tendieren? Ist er zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn oder passt vielleicht alles gut zusammen? Einiges kann man natürlich durch Erziehung oder Aufklärung beeinflussen. Aber auch diese Mittel sind nur begrenzt einsetzbar, da letztendlich der wahre Grundcharakter eines Menschen klare Grenzen setzt. Dieser wahre (angeborene) Basischarakter ist unveränderlich.  Diese These macht sich im Alltagsleben immer wieder deutlich.

 

Auch wenn mehrere Kinder mit den absolut identischen Mitteln und Wegen erzogen worden sind, können sich im späteren Leben völlig unterschiedliche Charaktereigenschaften entwickelt haben, wenn sich der wahre Grundcharakter durchgesetzt hat, der ihnen dann den zukünftigen Lebensweg aufzeigt und bestreiten lässt. Ob sich jedoch der wahre Charakter durchsetzt, kommt darauf an, wie durchsetzungsstark dieser ist. Die sichtbaren Charaktereigenschaften, sie können von der Genetik stammen, müssen aber somit nicht. Manchmal reicht es schon aus, dass sich im Leben nur eine Kleinigkeit ändert und sich dann ein ganz anderer Prozess in Gang setzt, der dann plötzlich ganz andere, nämlich die wahren Charaktereigenschaften des Menschen, zu Tage bringt. Das Leben birgt viele Überraschungen...

 

 ▀ Das Schicksal... ▀

kann ein Arschloch sein

 

Im Bezug zum eigenen Lebensweg spielt aber das Schicksal letztendlich die mächtigste Rolle. "Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, zu sein" oder "zur falschen Zeit am falschen Ort" sind nur zwei Triumpfkarten, die das Schicksal oder evtl. auch ein höheres Wesen, in den Händen hält. Jeder Mensch ist demnach eben nicht des eigenen Glückes Schmied, weil er gerade in der Anfangsphase des Lebens, aber auch später, von unbeeinflussbaren Dingen abhängig ist. Schon deshalb kann man nicht unbedingt stolz darauf sein, was man geschaffen hat. Muss man überhaupt stolz über etwas sein, wofür man die erforderlichen Möglichkeiten und Spielräume geschenkt bekommen hat? Ist es nicht doch positiver, einfach mal glücklich und dankbar darüber zu sein, wer oder was man ist? Zwischen Stolz und Arroganz ist der Weg nur ein sehr kurzer...

(09. März 2017)

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Vom Konsumterror & anderen Schwierigkeiten

 

Es ist schon erstaunlich, wie man sich vor einigen Jahrzehnten noch das Jahr 2000 vorstellte. Von Robotern, die die ganze Hausarbeit völlig allein erledigen würden, bis hin zu Raumschiff ähnlichen Fortbewegungsmitteln, war eigentlich alles zu finden, was die Fantasie hergab. Bisher sind wir von dieser "technischen Meisterleistung" noch verschont, und ich kann dazu nur sagen: Gott sei dank! Kaum auszudenken, was passiert, wenn das alles mal zur Realität gehört. Mit jeder Einführung solcher Erfindungen, schafft sich der Mensch ein klein-wenig mehr ab, während die Ansprüche unnötig weiter ansteigen, immer weiter, grenzenlos weiter...

 

Für viele Menschen wird es dagegen immer schwieriger, diese neuen Wünsche zu befrieden, denn die Kluft zwischen Arm und Reich, wächst immer rasanter an, und damit auch der Unmut der kleinen Leute. Auf dem 1. Blick werden die Produkte zwar immer günstiger, rechnet man aber die deutlich niedrigere Lebensdauer dieser Geräte mit, sind sie oftmals um ein vielfaches teurer, denn im Prinzip produziert man schon für die Schrottpresse. Schon heute findet ein regelrechter Verdrängungswettbewerb zwischen Maschine und Menschlichkeit statt, bei dem letztere, deutlich das Nachsehen hat. Gibt es doch schon immer mehr Menschen, die es noch nicht einmal mehr schaffen, das Handy oder den Computer, mal ein paar Stunden ausgeschaltet zu lassen. Man wird so von den wichtigen Dingen abgelenkt, die das menschliche Zusammenleben kostenfrei positiv beeinflussen könnten, und findet kaum noch zur Ruhe und Entspannung.

 

Deutsche konsumieren mehr als 9 Stunden

 audiovisuelle Medien pro Tag!

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Schaut man sich beispielsweise mal Bilder von Geburtstagen, Hochzeiten oder einfach nur vom Strandurlaub an, sieht man meist irgendwo Leute, die ein Handy o.ä, in der Hand haben und wild drauflos tippen oder einfach nur aufs Display starren, ob neue Nachrichten verfügbar sind. Zwischenzeitlich wird es dann manchmal wieder kurz ablegt; einige Fotos später sieht man es dann aber schon wieder, in ihren Händen, damit sie rund um die Uhr, mit der virtuellen Welt aktuell verbunden bleiben können. Während sich gerade Kinder früher meist in Gespräche, auch der Erwachsenen, einmischten oder ihnen wenigstens lauschten, findet man sie dagegen heute, immer häufiger tippend oder PC-spielend, irgendwo abgeschieden im Abseits sitzen, damit sie nicht gestört werden können.

 

Heute ist scheinbar alles gut, was modern ist,
und was modern ist, bestimmen die Medien!

 

So ist der Familiensinn deutlich ins Hintertreffen geraten, der Wunsch nach Geld, um sich dann wieder durch neue Konsumgüter dauerberieseln lassen zu können, deutlich in den Vordergrund gerückt. Die Folgen werden immer und überall sichtbarer. Es gibt immer weniger Kinder, immer mehr Scheidungen und immer weniger glückliche Familien. Ohne diese Gerätschaften regiert häufig die Langeweile, obwohl die Vergangenheit deutlich gezeigt hat, dass mit ein wenig Ideenreichtum und Interesse, dieser Fall gar nicht eintreten muss, sondern das Gegenteil erreicht werden wird. Der Einfluss der Eltern auf die Kinder nahm in den letzten Jahren deutlich ab, der der Medien dagegen stark zu, die dann auf das komplette Meinungsprofil einwirken können, was sich auf die Verhaltensweise des zukünftigen Erwachsenen auswirken wird. Die Medien erziehen mehr und mehr die Kinder, traurig, aber wahr.

Darf es zur Abwechslung nicht auch mal

ein bisschen weniger sein ?

 

Während wohl der größte Teil der Menschheit der Überzeugung ist, dass ein drastisch steigender Konsum auch ein steigendes Glücks- oder Zufriedenheitsempfinden hervorbringe, gibt es doch eine Minderheit, die das völlig anders sieht. Diese Minderheit lebt ganz bewusst und offen den Trend der Konsumenthaltsamkeit aus, um wenigstens eine relative Unabhängigkeit zur vorhandenen Geldmenge und Arbeitszeit zu schaffen. Es macht natürlich wenig Sinn, könnte man durch diesen Verzicht nicht auch Vorteile bekommen. Kann sich jemand ohnehin keine teureren Dinge leisten, reduzieren sich die Vorteile nur auf ein Minimum, z.B durch einen geschaffenen geregelten Finanzhaushalt, was zur Beruhigung der eigenen Lebenslage führt.

 

 

Wesentlich zur Zufriedenheit lässt es sich dann erst beitragen, wenn man die Vorteile deutlich spüren kann, indem sich durch den Verzicht auch Alternativen entwickelt haben. Bedenke, dass sich ab einem erreichten Mindestanspruch, die Zufriedenheit immer gleich verhält, indem sie weder sinkt noch steigt, jedoch der Anspruch bei steigendem Konsum stetig mit ansteigt, der dann als "abgestorbenes Glücks- und Zufriedenheitsgefühl oder anders gesagt, als "Totes Kapital" gesehen werden muss.

Derjenige, der sich regelmäßig neue Konsumartikel leistet, tut dies oftmals aus 2 ganz verschiedenen Gründen. Ein Grund ist wohl die Freude an einer neuen und moderneren Sache, die den Spaßfaktor in die Höhe treiben soll. Einer anderer, der wohl viel häufiger vorkommt, ist die Errichtung eines nach außen getragenen Statussymbols, das der Öffentlichkeit den eigenen Lebenserfolg suggerieren soll. Die Rechnung geht aber nur dann tatsächlich auf, wenn man in der Gesellschaft, in der man sich stets bewegt, auch damit auftrumpfen kann. Hat jeder von denen ein ähnliches oder sogar moderneres Produkt, stellt man keine Ausnahme mehr da und die gewollten Vorteile verpuffen. Somit wird ständig versucht, die anderen Konkurrenten durch den Kauf eines noch hochwertigen Produktes zu übertrumphen, was zu einem unbewusst dauerhaften Konkurrenzkampf führt, wahrscheinlich für die Dauer des gesamten Lebens. Mag sein, dass man dies nicht immer selbst bemerkt oder auch nicht zugeben möchte, aber im Unterbewusstsein spielt sich dieses Szenario dann umso deutlicher ab.

 

Es ist völlig normal und auch richtig, dass ein Mensch versucht, einem möglichen Dauerstillstand zu entkommen, denn es liegt wohl in unserer aller Natur, dass wir in unserem Leben einen wachsenden Lebensstandard verpassen möchten. Jedoch spielt die Geschwindigkeit, die sich in den gemachten Schritten widergespiegelt, eine entscheidende Rolle. Um Zufriedenheit und Glück zu erlangen, brauchen wir nicht jeden Schritt mitgehen, den die Industrie uns vorgibt. Es reichen schon wenige kleine Schritte aus, um diesen Drang nach Fortschritt zu befriedigen. Wie groß die richtigen Schritte sind, das hängt unter anderem auch mit der Haltbarkeit der bereits vorhandenen Gerätschaften zusammen. Wenn man sich stets erst dann neue Produkte kauft, wenn die alten tatsächlich ihren Geist aufgeben haben, haben wir die richtige Schrittgeschwindigkeit gefunden, die unser Leben positiv beeinflussen kann. Dadurch verliert die Konsumlaune deutlich an Fahrt und wir haben entweder mehr Geld in der Tasche oder theoretisch mehr Freizeit zur freien Verfügung, wenn wir dadurch beruflich kürzer treten können.

 

Zudem ist der Kopf wesentlich freier für die Dinge, die unser Leben kostenlos verschönern können, dazu zählen u. a die Familie und die Natur. Damit die Theorie auch in die Praxis umgewandelt werden kann, braucht es die Bescheidenheit, die nur dann erlangt werden kann, wenn man seinen Lebensstandard nicht ständig mit dem des Nächsten vergleicht, sondern stets an seiner eigenen Persönlichkeit arbeitet, die statt moderner Produkte besonders hervorsticht. Das Lebensmotto: "Ich könnte mir zwar den Konsumterror locker leisten, habe ihn aber nicht nötig", ist mehr als nur ein dumpfer Slogan, denn er unterstreicht  eine vorhandene Charakterstärke und trägt sie erfolgreich nach Außen.

(29.10.2016)